Hundeapotheke Checkliste

 
 


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Hundeapotheke Checkliste


Erläuterung zur Hundeapotheke

 Im Folgenden finden Sie eine Erläuterung zur Checkliste auf der vorhergehenden Seite.

 

Aufbewahrung
Je nach Einsatzzweck können Sie ein Behältnis für Ihre Apotheke wählen. Es kann eine kleine Tasche für unterwegs sein, eine Box oder ein Schrankabteil für zu Hause oder für eine umfangreichere Ausrüstung ein Rucksack oder (Werkzeug-)Koffer.

Der Aufbewahrungsort sollte nicht zu großen Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt sein. Falls sich dieses nicht vermeiden lässt (z.B. im Auto), müssen Sie Ihre Ausrüstung häufiger kontrollieren (mind. 1x im Monat) und unbrauchbare Materialien ersetzen. Sie müssen sich auf Ihre (Notfall-!) Apotheke verlassen können.

Infos bereitlegen, spart zeit im Notfall
Zur Vorbereitung und Nachschlagen im (vermeintlichen?) Notfall legen Sie sich einen Ratgeber zum Thema erste Hilfe für Hunde in die Apotheke. Empfehlung: „Notfallpatient Hund – Erste Hilfe für Hunde“.

Ebenfalls sinnvoll ist eine Liste mit den Adressen ortsansässiger tierärztlichen Praxen, Kliniken und gegebenenfalls des Tierrettungsdienstes.

Wundversorgung
Für die Wundversorgung sollten Sie sich einige Fixierbinden bereitlegen. Diese sind ebenfalls zum vorübergehenden Zubinden der Schnauze (Beißschutz) geeignet. Außerdem können Sie damit eine Notleine bauen.
Die Anzahl richtet sich nach der Größe und Anzahl der Hunde. Fünf Stück sollten es jedoch mindestens sein (der für unterwegs).

Besonders hilfreich sind selbsthaftende (cohäsive) Binden. Diese Bindenart klebt nur auf sich selbst und nicht im Fell. Dadurch lassen sich rutschfeste Verbände anlegen und schmerzfrei entfernen. Sie können diese alternativ zu den Fixierbinden einsetzen oder ergänzend einige Bahnen über Verbände aus Fixierbinden anlegen.

Neben den Binden benötigen Sie Wundabdeckungen. Hier haben sich Mullkompressen bewehrt. Diese Kompressen dienen der Wundabdeckung, können als Tupfer und zur Instrumentenreinigung eingesetzt werden. Wenn es der für Ihre Apotheke vorgesehene Platz zulässt, sollten Sie eine große Packung (in der Regel 100 Stück) den Doppelpacks bevorzugen. Dadurch haben Sie im Notfall ausreichend Reserven.

Insbesondere für Pfotenverbände benötigen Sie Polstermaterial (z.B. Watte). Einfacher und angenehmer in der Handhabung sind Polsterbinden. Diese können Sie zusätzlich für Salbenverbände verwenden.

Zur Wunddesinfektion können Sie auf Präparate zurückgreifen, die Sie auch für sich einsetzen. Das Mittel sollte jedoch nicht brennen. Besonders alltagstauglich ist Octenisept. Dieses Präparat brennt nicht, färbt die Wunde nicht und bleibt durch den Pumpsprüher keimfrei.

Instrumente
Zusätzlich benötigen Sie einige Instrumente. Dazu zählt eine Schere zur Fellentfernung um Wundränder herum. Sie sollte für einen optimalen Schnittwinkel leicht gebogen sein. Einwegrasierer sind für die Fellentfernung nicht geeignet, da sie sich zu schnell mit Haaren zusetzen und ein Verletzungsrisiko in sich bergen.

Des Weiteren darf in keiner Hundeapotheke eine Pinzette fehlen. Diese setzen Sie ein, um kleine Fremdkörper (z.B. Dornen und Splitter) zu entfernen. Achten Sie darauf, dass die Innenseite angeraut ist. So können Sie den „Übeltäter“ beim Entfernen besser greifen.

Zur Standardausstattung eines jeden Hundehalters gehört ein Gerät zur Zeckenentfernung. Dabei ist es wichtig, dass der Zeckenlaib nicht zusammengepresst wird. Aus diesem Grund ist das Entfernen der Zecke mit bloßen Fingern nicht zu empfehlen. Ob Sie auf eine Zeckenzange oder den beliebten Zeckenhaken zurückgreifen, können Sie Ihren Vorlieben überlassen.

Zum Schneiden von Verbandmaterialien und zum Entfernen von (gepolsterten) Verbänden sollten Sie auf eine hochwertige Verbandschere zurückgreifen. Diese zeichnet sich durch eine gute, glatte Schneide, langen Scherarmen und einer abgewinkelten Schneide aus. Darüber hinaus muss sie eine keilförmige Spitze haben, die das Gleiten unter den Verband ermöglicht ohne den Hund zu verletzen.

Das darf ebenfalls nicht fehlen
Sie sollten regelmäßig auch ohne Verdacht bei Ihrem Hund die Temperatur kontrollieren (1x in der Woche). Dafür können Sie auf ein Digitalthermometer zurückgreifen. Es gibt spezielle Thermometer für Tiere, die eine deutlich geringere Messdauer haben und damit die Prozedur für das Tier angenehmer gestalten.

Eine Diagnoselampe bringt buchstäblich Licht ins Dunkel. Damit können Sie die Körperöffnungen Ihre Hundes inspizieren (Nase, Fang, Ohren). Ebenso läßt sich das Tier auch bei schlechten Lichtverhältnissen untersuchen und versorgen. Darüber hinaus können Sie nach einem Unfall die Pupillenreflexe testen.
Achtung:

Wählen Sie eine Lampe, die kein zu helles Licht ausstrahlt. LED-, Halogen-, Xenon-Lampen oder Photonenpumpen sind zu hell.

Zu guter Letzt sollten Sie Einmal-Coldpacks (Kältekompressen) bereit legen. Diese nützlichen Beutel produzieren nach dem Auslösen Kälte. Diese können Sie bei Schwellungen z.B. Insektenstichen oder Prellungen einsetzen. Außerdem können sie unterstützend bei der Blutstillung und bei Hitzschlag verwendet werden.

Für unterwegs
Wo möglich fragen Sie sich, ob Sie all` die zuvor genannten Dinge auf jeden Spaziergang mitnehmen müssen, um ein guter Hundehalter zu sein.
Nein! Für unterwegs reichen für eine erste notdürftige Versorgung drei Fixierbinden (für größere Hunde ggf. mehr) und ein Verbandtuch. Mit dieser Ausstattung können Sie Wunden abdecken, (Druck-)Verbände anlegen, Ihrem Hund den Fang zubinden (Beißschutz), ihn durch das Verbandtuch beatmen und eine Notleine bauen.