Hundekrankengymnastik nach Blümchen

 

 

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- Anwendungsgebiete, Ziele, therapeutische Möglichkeiten

- Der hundekrankengymnastische Befund

- Entstehung von Muskelverspannungen

- Schmerzformen, Erkennen von Schmerz

- Hundekrankengymnastik – manuelle Therapien

- Hundekrankengymnastik - Gerätetherapien

 

 

Die Hundekrankengymnastik – oder auch Hundephysiotherapie – ist in Deutschland mittlerweile eine bekannte Behandlungsmethode geworden.

In den Niederlanden, USA und England ist die Krankengymnastik beim Hund schon seit vielen Jahren eine etablierte Therapieform.

Die Krankengymnastik setzt sich zusammen aus dem großen Gebiet der Bewegungstherapie – Kräftigung und Mobilisation, der Elektrotherapie, der Hydrotherapie (Wärme/Kälte) und verschiedenen Massagetechniken.

Der Hauptschwerpunkt ist die Schmerzlinderung, der Muskelaufbau, der Erhalt und das Wiedererlangen der Gelenkbeweglichkeit und das Bewusstmachen von Bewegung.

Auch kann eine gute Vorarbeit für Operationen geleistet werden und auch zur Heilungsförderung und Rehabilitation ist die Krankengymnastik sehr gut einsetzbar.

Es sind ausschließlich äußere, manuelle Anwendungen.

Der Hundekrankengymnast verabreicht keine Medikamente oder durchbricht die Hautoberfläche durch z.B. Spritzen.

Grundsätzlich ist die Krankengymnastik bei allen Erkrankungen der Knochen, Nerven und Muskeln einsetzbar und wirksam.

Die Hundekrankengymnastik sollte eine tierärztliche Behandlung niemals ersetzen, sondern immer eine begleitende Therapieform darstellen!!

 

Anwendungsgebiete:

 

• Skeletterkrankungen (wie z.B. Hüftgelenksdysplasie,   Ellenbogenerkrankungen, Wirbelsäulenerkrankungen)

• degenerative Erkrankungen/Verschleißerkrankungen (Arthrose)

• ältere und alte Hunde mit altersentsprechenden Gebrechen

• Nervenerkrankungen/Lähmungen (z.B. Bandscheibenvorfall)

• vor Operationen (z.B. Patellaluxation)

• nach Operationen (z.B. Kreuzbandriss) zur Rehabilitation, Schmerzlinderung, Muskelaufbau und zur allgemeinen Wiederherstellung.

• Muskelerkrankungen (z.B. Hartspann)

• Ödeme

• Wundheilungsstörungen

• therapeutisches Muskelaufbautraining von Sport-, Dienst- und Gebrauchshunden

• Wellness in Form von klassischer Massage und anderen entspannenden Techniken

 

Ziele:

 

• Schmerzlinderung

• Muskelaufbau

• Muskelentspannung

• psychische Entspannung

• Erhalt und Wiedererlangen der Gelenkbeweglichkeit

• Bewusstmachen von Bewegung

• Nervenreizung

• Verbesserung von Kondition und Ausdauer

• Stoffwechselaktivität steigern

 

therapeutische Möglichkeiten

 

• Massage zur Schmerzlinderung und Entspannung

• Lymphdrainage bei Ödemen und zur Schmerzlinderung

• Reflexzonentherapie

• isometrische Spannungsübungen zum Muskelaufbau

• Manuelle Therapie zur Schmerzlinderung und zum Erhalt und Wiedererlangen der Gelenkbeweglichkeit

• Behandlung auf neurophysiologischen Grundlagen

• Elektrotherapie/Reizstromtherapie zur Schmerzlinderung und Nervenreizung

• Magnetfeldtherapie zur Schmerzlinderung

• Moxibustion (Akupunktur durch Hitzeentwicklung)

• Bürsten- und Igelballmassage zur Schmerzlinderung, Entspannung und auch zur Nervenreizung

• Wärmeanwendungen zur Schmerzlinderung und Entspannung

• Kälteanwendungen zur Schmerzlinderung und bei Entzündungen

• Unterwassermassage zur Schmerlinderung und Entspannung.

• Stangerbad zur Nervenreizung bei gelähmten Hunden

• Bewegungsbad zum Muskelaufbau.

• Gerätetherapie (Schaukelbrett, Trampolin, Laufband, Therapiekreisel, Übungsparcours, Therapiematte, etc.) zum Muskelaufbau und zur Schulung von Koordination und Gleichgewicht.

• Wickeltherapie (kneipp`sche Behandlungen)

 

Um Ihnen einen kurzen Einblick in den Alltag des Hundekrankengymnasten zu geben, habe ich im Folgenden die Behandlung des Kleinpudels „Toni“ dargestellt.

„Toni„ ist ein 4-jähriger Kleinpudel mit einem Bandscheibenvorfall. Als ich Ihn das erste Mal sah, war er ein Bild des Jammers. Seine Hinterbeine waren komplett gelähmt und er bewegte sich robbend vorwärts.

In den ersten Behandlungstagen bekam er eine Strombehandlung im Wasser (Stangerbad).

Er saß dort in einer großen Wanne, in der Stromelektroden angebracht sind. So fließt der Strom durch seinen Körper und natürlich durch das betroffene Gebiet.

Durch diese Stromform werden die Nerven angeregt und gereizt, so auch die Muskulatur. Es konnte schon nach der ersten Strombehandlung eine Besserung erzielt werden.

Weiterhin bekam „Toni„ bewusstseinsfördernde und lockernde Massagen, in den Bereichen in denen Muskelverspannungen ihm Schmerzen bereiteten.

Dies ist ein großes Problem. Ein Hund – wie auch jeder Mensch –

benutzt bei Problemen Ausweichmechanismen die Muskelverspannungen in

eigentlich gesunden Körperabschnitten bewirken. Das muss jeder Therapeut wissen, um entsprechend darauf einwirken zu können.

Zum Ende der Behandlungseinheit hatte „Toni„ nur noch geringfügige

Einschränkungen.

Spielerisch brachte ich ihn dazu auf weichem Untergrund, einer Schaumstoffmatte, zu laufen. Die Wirkung dabei ist ein Muskelaufbau, aber auch die Nerven und Muskeln werden dabei angeregt, schnell und effektiv zu reagieren.

„Toni„ ist im Moment wieder ein glücklicher, lebendiger, kleiner Pudel.

Die Gefahr eines Rückschlages ist aber nicht gebannt. Der Besitzer ist dazu

angehalten seinen Hund wenig hochspringen zu lassen und Treppensteigen ist verboten.

Es wird viel Zeit in eine Kräftigungstherapie investiert und bei

Muskelverspannungen erhält „Toni„ weiterhin regelmäßige Wärmeanwendungen und Massagen.

Diese prophylaktischen Maßnahmen werden hoffentlich eine neuerliche Lähmung verhindern – die Chancen stehen sehr gut.

 

Ich hoffe, Ihnen einen kleinen Einblick in die tägliche Arbeit mit Hunden

verschafft zu haben. In der eigentlichen Behandlung hat man natürlich noch

unendlich mehr Möglichkeiten zu therapieren und zu helfen.

Nicht jede Behandlung bringt Erfolg, dies kann man aber wahrscheinlich von keiner Behandlungsmethode behaupten.

Jeder Besitzer von einem kranken Vierbeiner hat aber vielleicht mit der

Krankengymnastik die Möglichkeit seinem Tier zu helfen und Beschwerden zu lindern und diese Möglichkeit sollte man seinem geliebten Tier nicht vorenthalten.

 

Der hundekrankengymnastische Befund

 

Der Befund den der Hundekrankengymnast beim ersten Besuch des neuen Hundepatienten aufnimmt ist ein wichtiges Kriterium für die eigentliche Behandlung.

Es besteht zwar selbstverständlich eine tierärztliche Diagnose aber Weitere, für den Hundekrankengymnasten und die Behandlung relevante Dinge, müssen durch den Befund abgeklärt werden.

Die Hundebesitzer sollten für den Anfangsbefund etwas Zeit mitbringen. Eine sehr ausführliche Anamnese und Inspektionen des Hundes werden durchgeführt. Ein Behandlungsplan wird dann durch Auswertung des Befundes erstellt.

Während und nach einer Behandlungsreihe werden Zwischenberichte angefertigt, um Veränderungen im Krankheitsbild und in der Schmerzlage des Hundes zu erkennen.

Zum Ende einer Behandlungsreihe wird ein Abschlussbefund durchgeführt, um Veränderungen (positive, neutrale und negative Ergebnisse) des Hundes zu verdeutlichen.

Ein hundekrankengymnastischer Befund sollte immer schriftlich festgehalten werden, da sich kein Therapeut alle relevanten, wichtigen und zuerst scheinbar unwichtigen Details merken kann, weiterhin können nur so, auch noch nach Wochen, Veränderungen jeglicher Art erkannt werden.

 

Ein hundekrankengymnastischer Befund gliedert sich also grob in drei Anteile:

 

1. Anfangsbefund

(Finden der Problematik, Wichtig bei JEDEM neuen Hundepatienten, nur hiernach kann ein Behandlungsplan erstellt werden)

2. hundekrankengymnastischer Behandlungsplan

(Erstellen der erfolgversprechendsten Behandlungsmaßnahmen, Festlegen des angestrebten Behandlungsziels)

3. Zwischen- und Abschlussbefund

(WÄHREND und NACH einer Behandlungsreihe (6 oder 10 Behandlungseinheiten), um Verbesserungen und Verschlechterungen zu erkennen und um ggf. Änderungen in den Behandlungsmaßnahmen durchzuführen)

 

Im Folgenden werden die verschiedenen Punkte angesprochen, die ein hundekrankengymnastischer Befund enthalten sollte.

Die Anamnese, die Befragung des Hundebesitzers, ist ein sehr wichtiger Punkt in einem Befund.

Im weiteren Verlauf des Befundes geht es um verschiedene Untersuchungen, die der Hundekrankengymnast an dem Vierbeiner durchführen sollte.

Im Folgenden finden Sie eine gekürzte Zusammenfassung des hundekrankengymnastischen Befundes.

 

Persönliche Daten des Hundes und seines Besitzers/Anamnese

Welche tierärztliche Diagnose wurde gestellt?

Wurden schon therapeutische Maßnahmen durchgeführt (Medikamente, Operationen, Tierheilpraktiker, o.ä.)?

Beschreiben Sie die jetzigen Beschwerden des Hundes (Schmerzen, Ausdauermangel, Verhaltensveränderungen, Wann treten die Beschwerden auf? etc.)

Welche vorherigen Erkrankungen hatte der Hund (Herz, Lunge, Leber, Niere, Skeletterkrankungen, u.a.)?

Besteht eine erbliche Disposition (Veranlagung) (Hatten die Elterntiere oder Geschwistertiere ähnliche Erkrankungen / Symptome?)?

Sind Ihnen Verhaltensveränderungen aufgefallen? (Ist der Hund apathischer, aggressiver, lustloser oder ängstlicher geworden?)

Wie und wo lebt der Hund, welche Aufgaben bestreitet er? (Familienhund, Wachhund, Jagdhund, u.a.)

Wie und wie oft wird der Hund gefüttert? Bekommt er zusätzliche Nahrungsergänzungsmittel?

 

Inspektion in Ruhe und Tastbefund

 

In der „Inspektion in Ruhe“ betrachte ich den Hund im Stand und im Sitz von der Seite, von vorne und hinten.

Alle Auffälligkeiten werden erkannt und notiert.

Die Kopf- und Wirbelsäulenhaltung, die Stellung der Gliedmaßen, das Gewicht in Relation zur Größe, die Muskulatur und der Zustand von Fell, Haut und Krallen wird beurteilt.

Weiterhin wird der jetzige Bewusstseinszustand des Vierbeiners betrachtet. Ist der Hund apathisch, aufmerksam, temperamentvoll, ängstlich, zurückhaltend oder auffallend ruhig?

Bei dem Tastbefund (Palpation) wird das Tier bestenfalls im Stand untersucht.

Für den Hundekrankengymnasten sind die Gelenke, die Muskulatur, die Knochen und die Haut- und Fellbeschaffenheit aussagekräftige Komponenten. Auch die Schmerzlage des Hundes ist von Bedeutung. Zeigt er Berührungsempfindlichkeiten in bestimmten Körperregionen?

Ein Tastbefund ist für den Hund zu Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, da es oftmals eine neue Erfahrung für das Tier dargestellt.

 

Gangbefund

 

Im Gangbefund wird der Hund in verschiedenen Tempi beurteilt. Ich schaue mir den Hund in Bewegung von vorne, hinten und von der Seite an.

Beachtet werden der Bewegungsablauf des Hundes, Ausweichmechanismen und Lahmheiten.

Auch beurteile ich die Koordination und den Gleichgewichtssinn des Hundes.

Interessant sind weiterhin die Stellungen des Hundes im Sitz und Platz und die jeweiligen Transferbewegungen.

 

zusätzliche Befunderhebungen

 

Leidet der Hund unter einer Erkrankung der Nerven (z.B. Bandscheibenvorfall) wird zusätzlich ein neurologischer Befund erhoben. Hierbei werden die Koordination, die Reflexe und die Sensibilität beurteilt.

Ein Atembefund wird dann durchgeführt, wenn der Hund eine Herz- oder Lungenerkrankung hat. Atemrhythmus, Atemfrequenz, Körperhaltung und Atemgeräusche sind relevante Punkte.

 

Untersuchung der Gelenke

 

Bei der Untersuchung der Gelenke wird der Bewegungsausschlag erfasst. Weiterhin muss man während der Untersuchung auf Schmerzen des Hundes achten, auf Schwellungen der Gelenke und auf Bewegungsgeräusche (Krepitationen).

Der letzte Punkt im Befund ist die Versorgung des Hundes mit Hilfsmitteln.

Dies können ein Rollstuhl, ein Tragegurt, eine Einstiegshilfe für das Auto oder eine Futternapferhöhung sein

Sollte noch keine Hilfsmittelversorgung vom Hundebesitzer eingesetzt werden, helfen dahingehend wertvolle Tipps des Therapeuten das Leben des Hundes qualitativ zu verbessern.

 

Entstehung von Muskelverspannungen

 

Muskelverspannungen kennt jeder Mensch und kann diese auch beschreiben und erklären.

Unsere verspannte Muskulatur ist schmerzhaft, steif und unbeweglich. Vielleicht nehme ich meine Verspannungen auch nicht bewusst war, sondern bemerke erst den Unterschied zu einer lockeren Muskulatur nach z.B. einer Massage.

Auch unser Vierbeiner hat Muskelverspannungen. Entstanden durch psychischen Stress, Erkrankungen der Gelenke oder der Wirbelsäule, Fehl- oder Überbelastung, falsch eingesetzte Halsbänder und Geschirre, Erkrankungen innerer Organe und vieles mehr.

Sie sehen, Muskelverspannungen treten nicht nur bei Hunden mit Skeletterkrankungen auf, sondern können die vielfältigsten Ursachen haben.

Auslöser ist zumeist ein Schmerz in einem Bereich des Körpers. Die normale Reaktion des Körpers – die unbewusst abläuft – ist ein Anspannen der Muskulatur. Dadurch versucht der Körper diesen Bereich zu schützen und zu stabilisieren.

Diese dauerhaften Anspannungen haben Muskelverspannungen und –erhärtungen zur Folge.

Weiterhin kommt es mit der Zeit zu einer Verkürzung der Muskulatur und damit zu muskelbedingten Gelenkbeweglichkeitseinschränkungen.

Diese verkürzte und verspannte Muskulatur und die Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit bewirken erneut Schmerzen.

Ein gefährlicher Kreislauf entsteht. Diesen nennt man Teufelskreis (Der Teufelskreis - Circulus vitiosus: der »Teufelskreis«, bei dem sich mehrere Störungen gegenseitig ungünstig beeinflussen).

Es ist jetzt sehr wichtig, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

Dies ist einmal durch Schmerzmedikamente möglich, aber auch durch physiotherapeutische Maßnahmen wie Massagen und Manuelle Therapien zur Schmerzreduktion, Lockerung der Muskulatur und Erweiterung der Gelenkbeweglichkeit.

 

Muskelverspannungen:

 

Wie fühlt sich solch ein verspannter Muskel an?

Ein gesunder Muskel ist nicht schmerzhaft bei Verwindung und bei einem festen Umgreifen, und ist frei verschiebbar gegenüber dem umliegenden Gewebe.

Ein verspannter Muskel ist schmerzhaft bei fester Berührung und Verwindung, er ist verhärtet und besitzt eine erhöhte Muskelspannung.

Tastet man tief in der Muskulatur des Hundes, erfühlt man strangartige Sehnen, die sich wie gespannte Gitarrensaiten anfühlen.

Weiterhin können gegebenenfalls kleine kugelige Verhärtungen tastbar sein. Diese finden sich häufig in der Muskulatur neben der Wirbelsäule und fühlen sich wie körnige Kieselsteine an.

 

Bewegungseinschränkungen:

 

Bewegungseinschränkungen entstehen durch verspannte und verkürzte Muskulatur und auch durch Erkrankungen des Gelenkes.

Ein Gelenk mit einer degenerativen Gelenkserkrankung (Arthrose) hat durch die Veränderungen eine eingeschränkte Beweglichkeit.

 

Schmerz:

 

Nicht immer einfach ist es Schmerzen meines Hundes zu erkennen. Unser Vierbeiner kann ja leider nicht verbal mitteilen, ob oder wo er Schmerzen hat.

Auch die Intensität des Schmerzes ist individuell unterschiedlich.

In der nächsten Folge der www.hundezeitung.de wird näher auf den Schmerz des Hundes eingegangen. Nur schon einmal soviel. Schmerzfreiheit ist gleichbedeutend mit Lebensqualität.

Zur Verdeutlichung der Entstehung von Muskelverspannungen habe ich ein Beispiel eines Hundes aufgezeigt, der an einer Skeletterkrankung leidet.

Hunde mit einer Gelenkerkrankung lahmen meist unmerklich über eine lange Zeit hinweg. Dadurch entstehen Ausweichmechanismen, die nicht nur eine Verspannung im betroffenen Bereich, sondern im gesamten Wirbelsäulen – Schulter / Nacken -und Beinmuskelbereich entstehen lassen.

Wichtig ist auch, den Körper als Ganzes zu sehen und entsprechend zu behandeln. Die Muskelverspannungen sind nicht ausschließlich im betroffenen Körperteil zu finden. Vielleicht hilft hier zur besseren Vorstellung ein Beispiel aus dem humanen Bereich.

Stellen Sie sich vor, Sie haben Ihren kleinen Zeh gebrochen und müssen den betroffenen Fuß entlasten. Somit entsteht ein Hinkmechanismus, der Ihnen wahrscheinlich Spannungsschmerz bis hinauf in die Lendenwirbelsäule / Schulter-Nackenbereich bringt.

So ist es nun auch beim Hund.

Schon die winzigste Spur einer Lahmheit wirkt sich auf das gesamte Skelett aus.

Hunde mit einer Gelenkerkrankung lahmen meist unmerklich über eine lange Zeit hinweg. Dadurch entstehen Ausweichmechanismen, die nicht nur eine Verspannung in dem betroffenen Bereich, sondern im gesamten Wirbelsäulen – Schulter/Nacken - und Beinmuskelbereich entstehen lassen.

 

Schmerzformen, Erkennung des Schmerzes

 

Der Schmerz

 

Schmerzen des Hundes sind ein wichtiges und umfangreiches Thema.

Es ist einer der wichtigsten Gesichtspunkte im Leben unseres Hundes.

Die gesamte Lebensqualität, das Wohlbefinden, die Gemütslage und das Wesen des Hundes werden sehr stark durch Schmerz, besser gesagt durch Schmerzfreiheit bestimmt.

Das Problem ist das Erkennen. Wie kann ich herausfinden, ob mein Hund unter Schmerzen leidet?

Nur in wenigen Fällen wird sich der Vierbeiner verbal äußern durch Fiepen oder Winseln. Er kann nicht sprechen und sagen: „Hier, dieses Gelenk tut mir ständig weh, bereitet mir fortwährend Schmerzen.“

Zumeist leidet er nonverbal und der Besitzer ist dafür verantwortlich diese „stumme“ Äußerung zu erkennen und zu deuten.

Nur wie zeigt mir ein Hund seine Schmerzen? Wann sollte ich tätig werden und einen Tierarzt meines Vertrauens aufsuchen und meinen Verdacht abklären lassen?

Im Folgenden finden Sie einen kurzen Fragenkatalog. Sollten Sie auch nur eine oder mehrere Fragen mit „Ja“ beantworten können, ist ein Tierarztbesuch notwendig.

- Lahmt Ihr Hund, zeitweise, nach einer Ruhephase, nach größerer Belastung, während des Spazierganges?

- Hat Ihr Hund Schwierigkeiten beim Aufstehen, gibt er eine verbale Lautäußerung an?

- Läuft er nach einer Ruhephase einige Schritte sehr steif, und nach einiger Zeit wird der Gang gleichmäßiger?

- Vermeidet Ihr Hund Dinge, die er früher gerne getan hat (z.B. ins Auto springen, Treppe laufen, auf das Sofa/Bett springen, etc.)?

- Hat das Verhalten Ihres Hundes sich geändert (z.B. ruhiger geworden, ängstlicher, aggressiver, teilnahmslos, möchte nicht mehr spielen, will nicht mehr gestreichelt werden, etc.)?

- Haben sich die Eßgewohnheiten Ihres Hundes geändert (z.B. Freßunlust, vermehrte Fressgier)?

- Hat sich das Fell Ihres Hundes verändert (z.B. stumpfes, schuppiges Fell, fettiges Fell)?

- Leckt der Hund sich vermehrt an bestimmten Körperstellen?

- Hechelt er vermehrt (ggf. auch Herz/Kreislaufsystem)?

- Schauen Sie Ihrem Hund ins Gesicht und in seine Augen. Wirkt das Gesicht eingefallen? Haben sich die Augen, der Ausdruck verändert?

- Bitten Sie einen guten Freund, der Ihren Hund länger nicht gesehen hat, zu sich. Dieser soll sich nun Ihren Hund anschauen und sagen, ob ihm etwas auffällt. Der eigene Besitzer sieht oftmals Veränderrungen nicht, da er seinen Vierbeiner ständig vor Augen hat.

Viele Hundebesitzer machen ein steigendes Lebensalter des Hundes oder geänderte Lebensumstände (Umzug, Tod eines Artgenossen, Krankheit des Besitzers, u.a.) für bestimmte Veränderungen (Verhalten) verantwortlich. Es können aber auch Schmerzen (Gelenkschmerzen, Schmerzen innerer Organe) dahinterstecken. Eine Schmerztherapie (Schmerzmedikamente, Hundephysiotherapie, o.ä.) wäre hier dringend anzuraten.

Wir, die Besitzer, sind für unseren Hund verantwortlich, wir bestimmen prinzipiell sein ganzes Leben und in den meisten Fällen sogar den Zeitpunkt seines Todes.

Und sind daher auch dringlich für die Schmerzfreiheit = Lebensqualität zuständig.

 

Definition von Schmerzen:

 

Anlaufschmerzen:

 

Dieser Schmerz ist ein typisches Symptom des arthrosekranken Vierbeiners.

Nach einer Ruhephase gibt der Hund Schmerzen beim Aufstehen an (eventuell verbale Lautäußerung) und läuft die ersten Meter sehr steif und hinkend. Nach kürzester Zeit sind diese Symptome vorüber, der Hund hat sich „eingelaufen“.

 

Belastungsschmerz:

 

Der Vierbeiner fängt nach einer gewissen Zeit der Belastung an zu lahmen.

Dies könnte für eine Gelenksentzündung sprechen, da auch hier die Symptomatik erst durch Belastung schlimmer wird.

Aber auch andere Erkrankungen sind möglich.

 

Ruheschmerz:

 

Leidet der Hund unter einem Ruheschmerz, ist dies negativ zu deuten und gegebenenfalls für den Besitzer schwer erkennbar.

Arthrosen aber auch Erkrankungen innerer Organe, Krebserkrankungen und andere Krankheiten können dafür verantwortlich sein.

 

Hundekrankengymnastik – manuelle Therapien

 

In der Hundephysiotherapie werden zwei verschiedene Therapiearten unterschieden.

Das Eine sind rein manuelle Techniken und der andere große Bereich, ist die Gerätetherapie.

Zu den manuellen Techniken zählt man die therapeutische Massage, die Lymphdrainage, die Manuelle Therapie, die Atemtherapie, verschiedene Dehnungsübungen, die isometrischen Spannungsübungen, verschiedene Behandlungsmethoden auf neurophysiologischen Grundlagen und die aktive Krankengymnastik.

Eine therapeutische Massage ist eine rein manuelle Einwirkung auf die Haut, das Gewebe und die Muskulatur.

Im humanen Bereich wird eine Massage schon seit Jahrhunderten eingesetzt und dies mit großer Wirkung. Es weiß auch fast jeder Hundebesitzer wie wohltuend und schmerzlindernd eine Massage sein kann.

Hunde, die unter Skelett- oder Nervenerkrankungen leiden, haben auch fast immer schmerzhafte Muskelverspannungen und Muskelverhärtungen.

Auch ältere und alte Hunde haben Probleme bei Bewegungen, beim Aufstehen und in vielen Bereichen des Alltages. Gerade diesen Hunden kann durch eine therapeutische Massage sehr geholfen werden.

Der Hauptaspekt der therapeutischen Massage ist die Schmerzlinderung. Eine gute Lebensqualität des Hundes steht immer in Zusammenhang mit einer Schmerzfreiheit.

Durch eine Durchblutungssteigerung und eine Temperaturerhöhung im Gewebe werden schmerzauslösende Substanzen aus dem betroffenen Gebiet herausgeschwemmt.

Die manuelle Einwirkung während einer Massage bewirkt eine Lösung von schmerzhaften Muskelverspannungen und Verklebungen. Sind diese behoben oder verbessert resultiert auch daraus wieder eine Schmerzlinderung.

Im Überblick finden Sie einige Krankheiten unseres Vierbeiners, bei denen eine Massage hilfreich und therapeutisch wirksam ist:

 

Erkrankungen des Bewegungsapparates (Wirbelsäulenerkrankungen, Arthrosen, nach Operationen, nach Unfällen)

Neurologische Störungen, Nervenerkrankungen (Lähmungen nach Unfällen, Bandscheibenvorfall, Lähmungen nach Operationen)

psychische Störungen, Verhaltensauffälligkeiten (Angst, Hyperaktivität)

Die Lymphdrainage ist eine sehr sanfte und entspannende Behandlungsmaßnahme.

Eine Lymphdrainage wird bei Erkrankungen angewandt, die mit Schmerzen, Narbenverhärtungen, Lymphgefäßentfernungen oder Ödemen einhergehen.

Die Manuelle Therapie/passive Krankengymnastik ist eine rein passive Behandlungsform, das heißt der Therapeut macht alles, das Tier macht nichts!

Durch das passive Bewegen wird die Gelenkbeweglichkeit erhalten bzw. wiedererlangt, Schmerzen werden gelindert, die Gelenkkapsel wird gedehnt und die Produktion von Gelenkflüssigkeit wird angeregt.

Das passive Bewegen kann bei vielen verschiedenen Erkrankungen des Hundes eingesetzt werden.

Durch degenerative Gelenkerkrankungen, Arthrosen oder Hüftgelenksdysplasien kann die Gelenkbeweglichkeit eingeschränkt sein und Schmerzen verursachen.

Bei Nervenerkrankungen und Lähmungen ist der Hund oftmals nicht in der Lage selbständig ein Gelenk zu bewegen, daher muss der Therapeut dieses übernehmen, damit erst gar keine Gelenksteife entsteht.

Auch alte immobile, sehr kranke oder frisch operierte Hunde sind teilweise nicht in der Lage sich zu bewegen. Hier ist auch wieder der Therapeut gefragt und sollte das Tier passiv durch bewegen.

Eine Atemtherapie kann bei einem Hund durchgeführt werden, der an einer Atemwegserkrankung leidet oder durch einen Unfall, eine Operation oder eine schwere Erkrankung längere Zeit inaktiv ist.

Gesunde Hunde, dich sich körperlich betätigen, haben durch Bewegung und körperliche Anstrengungen eine Erhöhung ihrer Herzfrequenz und eine tiefe und zeitweise schnelle Atmung.

Kranke und alte Vierbeiner, die sich zumeist in einem Ruhezustand befinden, haben eine relativ langsame und flache Atmung. Bei dieser Atemform wird die Lunge nur unzureichend durchlüftet und die tiefer liegenden Lungenbereiche fast nicht in Anspruch genommen.

Daher können sich in diesen Lungengebieten schneller Bakterien ansammeln und zu einer Entzündung und Schleimbildung führen.

Die Atemtherapie führt zu einer Atemvertiefung und Atemlenkung, entspannt den Hund, lindert Schmerzen und erleichtert das Abhusten von Sekret in der Lunge.

Eine Muskeldehnung wird bei Hunden durchgeführt, die eine eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit durch verkürzte Muskulatur haben.

Außerdem wird vor und nach einer Trainingseinheit oder einem Wettkampf gedehnt, um das Verletzungsrisiko zu vermindern und um die Muskulatur vorzuwärmen.

Wie wir aus eigener Erfahrung wissen, kann eine Muskeldehnung sehr schmerzhaft sein.

Stabilisierende Übungen gehören zum Gebiet der aktiven Krankengymnastik.

Hund und Therapeut sind gleichermaßen aktiv.

Das Ziel einer stabilisierenden Übung ist ein Muskelaufbau, Koordination, Gleichgewicht, Motorik und das Belasten aller vier Gliedmaßen gleichzeitig.

Diese Übungen können bei fast allen Erkrankungen des Bewegungsapparates und bei Nervenerkrankungen eingesetzt werden.

Die neurologischen Behandlungen beim Hund setzen sich aus den verschiedensten hundekrankengymnastischen Techniken zusammen. Man kann diese nicht als „neue“ Behandlungstechnik verstehen.

In der Behandlung wird versucht, abnorme Bewegungsmuster zu verhindern und Normale zu fördern.

Durch eine Nervenerkrankung oder Lähmung kann es sein, dass der Hund Bewegungen, Bewegungsabläufe, u.s.w., einfach vergisst. Das bedeutet, sein Gehirn kann den Befehl zu einer bestimmten Körperreaktion nicht mehr ausführen.

Der Therapeut hat hier die Aufgabe, den Hund wieder an alle diese verlorengegangenen Körpervorgänge heranzuführen und diese neu zu erlernen.

 

Die aktive Krankengymnastik.

 

Durch aktive Bewegungen erzielt man einen Muskelaufbau, eine aktive Mobilisation der Gelenke und der Wirbelsäule, man beübt Belastungsphasen, Koordination, Gleichgewicht, und die Motorik.

Das aktive Bewegen kommt bei fast allen Erkrankungen des Bewegungsapparates und bei Nervenerkrankungen zum Einsatz.

Beispiele:

Laufen an der Leine in verschiedenen Tempi

Kreise laufen

Laufen über verschiedene Untergründe (Asphalt, Wiese, Schotter, Waldboden, Untergründe mit Hindernissen, unebene Untergründe)

bergan und bergab laufen

rückwärts laufen

Laufen neben dem Fahrrad oder dem joggenden Besitzer

 

Hundekrankengymnastik – Gerätetherapien

 

In der Hundephysiotherapie werden zwei verschiedene Therapiearten unterschieden.

Das Eine sind rein manuelle Techniken und der andere große Bereich ist die Gerätetherapie.

Die manuellen Therapien der Hundephysiotherapie wurden in der letzten Ausgabe der HZ vorgestellt.

Die Gerätetherapien werden in Wasserbehandlung und Trockenbehandlung unterschieden.

Zur Wasserbehandlung zählt man das Bewegungsbad, das Unterwasserlaufband, die Unterwassermassage und das Stangerbad (Elektrotherapie im Wasser).

Elektro- und Magnetfeldtherapie, Ultraschall, Wärme- und Kälteanwendungen und diverse unterstützende Gerätschaften (Bürste, Igelball, Laufband, Trampolin, u.a.) werden in der Trockenbehandlung eingesetzt.

 

Wassertherapie

 

Bewegungsbad/Unterwasserlaufband:

Muskelaufbau und Muskelkräftigung, Mobilisation der Gelenke und eine Anbahnung des normalen (physiologischen) Gangbildes wird im Bewegungsbad und im Unterwasserlaufband erreicht.

Alternativ kann ein Schwimmtraining auch in einem See oder Fluss durchgeführt werden.

Wichtig ist eine ausreichende Sicherung des Hundes durch Schwimmweste oder Brustgeschirr in Kombination mit einer Schleppleine.

Indiziert ist es bei Skeletterkrankungen jeglicher Art und bei Krankheiten des Nervensystems.

Gefahr droht bei Tieren mit einer Herzerkrankung. Eine Wassertherapie ist hier kontraindiziert bzw. muss sehr vorsichtig durchgeführt werden, da die Herz/Kreislaufbelastung enorm ist.

 

Unterwassermassage (UWM):

Eine UWM ist eine Massage unter Wasser, die mit einem Wasserdruckstrahl ausgeführt wird.

Über eine integrierte Umwälzpumpe arbeitet der Therapeut mit dem erwärmten Wannenwasser in der Muskulatur des Hundes.

Einzusetzen ist sie wie eine normale Trockenmassage. Zusätzlich ist der positive Wasserauftrieb in Verbindung mit Wärme zu nennen.

Wasserscheue Hunde werden effektiver durch eine Trockenmassage behandelt.

 

Stangerbad:

Das Stangerbad ist eine Elektrotherapie unter Wasser. Seitlich an den Wannenrändern angebrachte Elektroden durchströmen das Wasser mit Gleichstrom.

Ein Stromgefühl ist nicht vorhanden, eher ein starkes Kribbeln auf der Haut. Der Hund erleidet hierdurch keine Schmerzen.

Bei Erkrankungen der Nerven und Lähmungen ist es eine erfolgsversprechende Behandlungsmethode, um Nerven und Muskulatur anzuregen und zu reizen.

Auch die Hautsensibilität – das Gefühl – wird verbessert.

 

Trockentherapie:

 

Elektrotherapie:

In der Hundephysiotherapie kommen diverse Stromformen zum Einsatz. Unterteilt werden Gleich- und Wechselströme.

Je nach Gerät und Stromform wirkt die Elektrotherapie schmerzlindernd, muskelkräftigend und nervenreizend. Die Durchblutung wird gefördert und der Stoffwechsel im Gewebe angeregt.

Einsatzgebiete sind Nerven-, Muskel- und Skeletterkrankungen.

Hat der Hund Metalle im Körper (z.B. Draht oder Platten bei Knochenbrüchen) ist die Gleichstromtherapie verboten, da Verätzungen im Gewebe entstehen können.

Die Leitfähigkeit des Stroms wird durch das Fell eingeschränkt. Eine Rasur oder eine Verbesserung der Leitfähigkeit durch entsprechende Gele sind erforderlich.

 

Magnetfeldtherapie

Diese Therapieform hat sich im Veterinärbereich stark durchgesetzt. Es sind diverse Geräte im Handel erhältlich, wie z.B. Magnetfeldecken oder Spulen.

Eine Schmerzlinderung steht im Vordergrund.

Auch bei Nervenerkrankungen und Wundheilungsstörungen ist eine Magnetfeldbehandlung angebracht.

Leidet der Hund unter einer Krebserkrankung oder Epilepsie sollte von dieser Behandlung Abstand gekommen werden.

 

Ultraschalltherapie

Der therapeutische Ultraschall hat keine Ähnlichkeit mit bildgebenden diagnostischen Verfahren.

Der Ultraschall kann „trocken“ mit einem Schallgel oder unter Wasser durchgeführt werden.

Es ist für den Hund eine angenehme Therapieform.

Anwendungsgebiete sind Arthrosen, Narben, Verstauchungen, Muskel-, Sehnen- und Knochenbeschwerden sowie Gelenkkapselentzündungen im subakuten Stadium.

Auch Wundheilungsstörungen sind exelend behandelbar.

 

Wärmeanwendungen:

Diese Therapieform kann jeder Hundebesitzer zu Hause mit seinem Hund durchführen.

Gerade bei Verschleißerkrankungen (Arthrose) ist sie hilfreich.

Rotlicht, heiße Körnerkissen oder eine Wärmflasche werden auf die betroffenen Gelenke aufgelegt (Dauer ca. 20-30 Minuten).

Die Wärmetherapie bewirkt eine Schmerzlinderung, Steigerung der Durchblutung und eine Lockerung der Muskulatur.

 

Kälteanwendungen:

Kälteanwendungen sind sinnvoll bei Entzündungen, Prellungen, Verbrennungen und Insektenstichen.

Eine im Handel gebräuchliche Kühlkompresse ist ausreichend und sollte in keiner Gefriertruhe fehlen. Diese wird für ca. 10 Minuten auf die betroffene Körperstelle aufgelegt.

Keine Kälte im Nieren-Blasenbereich!

 

Bürstenmassage/Igelballmassage

Die Bürsten- oder Igelballmassage wird mit einem handelsüblichen Igelball, einer Massagebürste oder einem Gummistriegel durchgeführt (Die Bürstenmassage ist in der Ausgabe 10 der HZ näher beschrieben).

Die Dauer beträgt etwa 10-15 min. je nach Größe des Hundes und wird ca. 3-4 Mal die Woche durchgeführt.

Der gesamte Körper des Hundes wird in Fellrichtung abgebürstet bzw. mit dem Ball abgerollt.

Empfindliche Regionen wie Kopf, Brustdrüse und Geschlechtsteile werden ausgespart.

Vierbeiner mit Arthrosen, Hüfterkrankungen und Wirbelsäulenerkrankungen empfinden sie als besonders wohltuend.

 

elektrisches Laufband:

Durch eine Therapie auf dem Laufband wird ein Muskel- und Konditionsaufbau erreicht. Die Ausführung eines normalen Gangbildes wird beübt und Koordination und Gleichgewicht werden geschult.

Bei Tieren mit Skeletterkrankungen ist es eine Unterstützung in der Kräftigungstherapie.

Vorsicht bei herzkranken Hunden. Eine Überanstrengung muss vermieden werden.

 

Schaukelbrett/Trampolin

Das Trampolin und das Schaukelbrett sind physiotherapeutische Geräte, die hervorragend in der Hundebehandlung zum Einsatz kommen können.

Durch diese Geräte werden die stabilisierenden Übungen (siehe Hundephysiotherapie – manuelle Techniken) intensiviert.

Die Therapie auf dem Trampolin und auf dem Schaukelbrett ist bei vielen Skeletterkrankungen, nach Operationen und bei Nervenerkrankungen einsetzbar.

 

Slalom:

Der Slalom wird in der Praxis ausgeführt, der Hundebesitzer kann aber auch als Hausaufgabenprogramm mit seinem Hund auf einem Spaziergang den Slalom beüben.

Bei dem Lauf um Slalomstangen herum belastet der Hund die inneren Gliedmaßen stärker als die äußeren. Somit wird die Belastungsphase beübt, eine Gangschule wird ausgeführt.

Außerdem erreicht man eine aktive Mobilisation und eine Gleichgewichts- und Koordinationsschulung.

Die Therapie mit dem Slalom ist bei Skeletterkrankungen, nach Operationen und nach Nervenerkrankungen einsetzbar.

 

Stepper/Treppe:

Der Stepper, eine Treppenstufe, bei kleinen Hunden ein dickes Buch, sind gute Möglichkeiten in der Hundetherapie.

Der Hund steht mit den Vordergliedmaßen erhöht und belastet somit seine Hintergliedmaßen vermehrt. Auch dies ist eine Intensivierung der stabilisierenden Übungen.

Ziel ist eine Muskelkräftigung und das Beüben von Belastungsphasen.

Die Therapie mit dem Stepper ist bei Skeletterkrankungen, vor und nach Operationen und nach Nervenerkrankungen einsetzbar.

 

 

 

 

Kontakt:

Katrin Blümchen

www.hundekrankengymnastik.com